Kajak

Mein Weg zum Nomad, dem teilbaren Seekajak von Stellar

Mein Weg zum Nomad, dem teilbaren Seekajak von Stellar

Ralph Buff, St.Gallen zum Stellar Nomad Mod

Ich bin im Kajaksport noch relativ frisch unterwegs, habe in den letzten Jahren aber doch einige Erfahrungen sammeln können. Neben ein paar Tagesmieten mit verschiedenen PE-Kajaks war ich über zwei Jahre mit meinem faltbaren Oru Coast XT unterwegs. Damit habe ich Touren in Norwegen, Schweden, Deutschland, Frankreich, Italien und natürlich oft am Bodensee gemacht.

Am Oru haben mich vor allem das geringe Gewicht, die clevere Konstruktion und die grosse Mobilität begeistert. Mit der Zeit ist mir jedoch aufgefallen, dass das Boot bei stärkerem Wind schnell abtreibt und häufiger vom Kurs kommt. Zudem tastet man sich mit einem Faltkajak naturgemäss etwas weniger gerne an die eigenen Grenzen heran. Wenn man kentert, läuft das Boot voll Wasser und wird unmanövrierbar, ausser man hat zuvor Auftriebskörper eingebaut. Das hat mich nach einiger Zeit dazu gebracht, mich nach einer Alternative umzusehen.

Über mehr als ein Jahr habe ich mich deshalb mit verschiedenen Seekajaks beschäftigt. Ich habe Messen besucht, Testberichte gelesen, Videos angeschaut und mir bei meiner Kanuschule in Arbon auch Boote von Melker und Tiderace angesehen. Dabei wurde mir klar, dass ich gerne ein Hartschalenkajak fahren würde. Da ich privat einen Geschäftswagen nutze und keinen Dachträger montieren wollte, kam für mich nur ein teilbares Kajak in Frage. Ich habe mich mit verschiedenen Herstellern beschäftigt, unter anderem Trak, Lettmann, Skim, Stellar und Prijon. Wichtig war für mich vor allem ein Kajak mit Skeg.

Nach meiner Anfrage für ein Intrepid und ein S16 von Stellar bei Lite Venture hat mich Anne angerufen und darauf aufmerksam gemacht, dass ein neues Modell von Stellar – das Nomad – gerade auf dem Weg nach Europa ist und sehr gut zu meinen Anforderungen und Körpermaßen passen könnte. Die Beschreibung hat mich so überzeugt, dass ich das Kajak ohne vorherige Besichtigung oder Probefahrt bestellt habe.

Inzwischen konnte ich einige Testtouren am Bodensee machen, meist auf ruhigem Wasser, aber auch bei etwas Wind und Wellen. Da das Wasser aktuell noch sehr kalt ist, habe ich mich bisher noch nicht an die Grenzen herangetastet. Der erste Eindruck ist sehr positiv. Das Boot lässt sich gut kanten, reagiert sehr direkt auf Gewichtsverlagerungen und ist mit eingefahrenem Skeg sehr wendig und drehfreudig. Im Vergleich zu anderen Booten wirkt das Nomad bei den ersten Paddelschlägen für mich etwas nervös, was ich durch höhere Geschwindigkeit, Kanten und Skegeinsatz aber gut ausgleichen kann.

Besonders aufgefallen ist mir, wie lange das Kajak nach dem letzten Paddelschlag noch weitergleitet, weshalb man sehr ruhig und gleichmässig paddeln kann. Man hat nicht das Gefühl, ständig Druck aufbauen zu müssen, sondern kommt mit einem entspannten Rhythmus effizient voran. Gerade für längere Strecken ist das ideal. Alle, die ein stabiles Boot suchen, das mit unterschiedlichen Bedingungen klarkommt werden mit dem Nomad ihren Spass haben.

Ein grosser Vorteil ist für mich der Transport. Das komplette Kajak passt problemlos in meinen Skoda Karoq: Hinterbank umklappen, Bootsteile und Ausrüstung einladen, sichern und losfahren. Kein Dachträger, kein Heben aufs Autodach und keine Einschränkungen beim Parken oder in der Tiefgarage.

Auch der Aufbau geht schnell. Ohne Schutzhüllen wäre das Boot vermutlich in etwa fünf bis acht Minuten montiert. Ich nehme mir meist etwas mehr Zeit und transportiere das Kajak immer in den Hüllen, damit alles sauber und geschützt bleibt. Oft versammeln sich Zuschauer, während ich das Kajak zusammenbaue, die darüber staunen, dass ich ein vollwertiges, stabiles Fünf-Meter-Seekajak aus einem Mittelklassewagen auslade, am Wasser zusammensetze und direkt damit auf‘s Wasser gehe.

Für mich ist das ein Stück gelebte Freiheit. Auf dem Wasser merkt man von der Teilung übrigens überhaupt nichts. Kein Flex, kein Klappern und keine spürbaren Einbußen. Im Gegenteil, durch die Teilung ist das Kajak sogar doppelt geschottet, was zusätzlich Sicherheit gibt.

Ich freue mich jetzt vor allem darauf, das Kajak bei wärmeren Temperaturen intensiver zu fahren und mich und das Boot noch besser kennenzulernen. Besonders gespannt bin ich auf kommende Touren, unter anderem im April in Schottland.

Nochmals vielen Dank für die tolle Beratung und die unkomplizierte Übergabe!