Qualitätsunterschiede bei SUP Boards

20.07.2019


Woher kommt die Preisspanne bei aufblasbaren Stand Up Paddle Boards?

Wir bieten regelmäßig Testevents für unsere Kunden an. Viele sind schon mal ein Board gepaddelt - bei einem Verleih, von einem Bekannten oder haben ein "Discounter Board" gekauft. Jeder stellt sich die Frage, ob SUPs, die 800 €, 1000 € oder auch mal 1.400 € kosten wirklich soviel besser sind wie die für 300 - 400 € im Baumarkt oder Supermarkt. Sehen ja eigentlich prinzipiell alle gleich aus ... 

Um zu verstehen, wo die Unterschiede liegen, möchten wir euch nachfolgend ein paar Infos zum Aufbau und Verarbeitung von aufblasbaren SUPs geben.

Wodurch werden aufblasbare Stand Up Paddle Boards eigentlich stabil?

Damit ein Board paddelbar wird muss es steif sein und den/die Fahrer tragen. Auch darf es nicht wie ein Fahrradschlauch einfach rund werden, wenn man es aufpumpt. Um zu verstehen wie das möglich ist, werfen wir einen Blick ins Innere eines iSUPs:


Die beiden großen Außenflächen des Boards - das Deck und der Boden - werden durch sehr viele Fäden zusammengehalten. Das ist die "Dropstitch-Technologie", die in allen derzeit auf dem Markt erhältlichen iSUPs angewandt wird. Diese Fäden halten die Haut zusammen, sodass sie sich beim Aufpumpen nicht zu einer Kugel oder einem runden Schlauch formt. Sie müssen so dauerhaft eine Zugbelastung durch die erforderlichen 1 Bar Druck aushalten. Die Fäden dürfen nicht reissen, nicht ausleiern und sie müssen fest in der Außenhaut verbunden bleiben. Große Unterschiede gibt es dabei in:

  • der Qualität der Fäden und der Trägerschicht selbst
  • der Technik, anhand der die Fäden mit der Trägerschicht verbunden werden

Unterschiede in diesen beiden Punkten bewirken deutliche Qualitätsunterschiede bezüglich Steifigkeit und vor allem auch Haltbarkeit des Boards.

Leicht oder schwer

Das Trägermaterial für das Dropstitch wird ergänzend mit weiteren Lagen ummantelt. So gibt es z. B. "double layer" oder "single layer" Konstruktionen, die nicht zuletzt auch Unterschiede im Gewicht des Boards bewirken. 

Ist das Board schnell und günstig verarbeitet, kann es nicht zugleich besonders leicht, formstabil und haltbar sein. Einen derzeit hohen Stand der Technik markiert hier das "HIKE" von Airboard: es ist zwar ein Single Layer Dropstitch, das nur nur 5,2 kg auf die Waage bringt. Dabei ist es sehr belastbar und formstabil. Das Konzept ist so durchdacht, dass das Board ein extrem geringes Gewicht, kleines Packmaß und gute Fahreigenschaften hat. Es markiert einen Meilenstein in der Produktentwicklung der iSUPs. 

Klebt der Kleber?

Der Klebstoff, der die Einzelteile der Außenhaut miteinander verbindet muss wie die Fäden auch dem Druck durch das Aufpumpen standhalten. Ergänzend sind diese Klebstoffverbindungen auch Druckunterschieden durch Umwelteinflüsse ausgesetzt: bei Wärme durch Sonneneinstrahlung erhöht sich der Druck, das Material wird weich. Grundsätzlich sollten iSUPs nicht über längere Zeit bei vollem Druck in der Sonne liegen, doch ein günstiger Klebstoff wirkt sich in jedem Fall nachteilig auf die Haltbarkeit der "Nähte" aus.

Einige Hersteller verwenden inzwischen auch eine Technologie, die die verschiedenen PVC Bahnen verschweißt und nicht mehr verklebt. Auch dies funktioniert sehr gut und zuverlässig. Vorreiter war hier Starboard.

Technische Innovation und Verarbeitungsdetails für mehr Fahrspaß

Markenhersteller, die seit vielen Jahren in diesem Bereich Boards produzieren, haben in ihren Produkten eine technische Evolution, die sich auf das Fahrverhalten auswirkt: Details wie verstärkte Rails für mehr Robustheit, Stringer für Steifigkeit, 2 Luftkammersysteme für mehr Steifigkeit und vieles mehr sind Punkte die den Fahrspass beeinflussen und dauerhaft mehr Freude bringen.

Unser Fazit: Wenn ein Board sehr günstig verarbeitet wurde, wirkt sich das auf die Haltbarkeit, aber auch auf das Fahrverhalten aus. Achtet doch mal bei eurem nächsten Besuch am Strand darauf, wieviele auf Boards unterwegs sind, die sich in der Mitte durchbiegen. Dadurch kommt die Spitze aus dem Wasser, das Brett liegt nicht mehr plan auf der Wasseroberfläche auf und verliert damit erheblich an Laufruhe. Auch das Paddeln wird ineffizient, da die Kraftübertragung der Paddelschläge nicht mehr voll auf der Wasseroberfläche ankommt.
Grundsätzlich erwirbt man mit einem günstigen Board ein Produkt, mit dem man paddeln kann. Für den Anfang oder für gelegentliche Nutzung mag das funktionieren. Den Fahrspaß und die langfristige Freude an einem tollen Board kauft man sich damit unserer Ansicht nach nicht ein.

Für mehr Informationen ums Stand Up Paddeln und um Kajaks folgt uns auf Facebook und Instagram. Wir posten hier regelmäßig Bilder zu Produkten, Ankündigungen zu unseren Testevents, Angebote und Wissenswertes wie diesen Beitrag hier.