Airboard Hike & Airboard Strider: Testbericht

02.05.2019

Heute soll es endlich losgehen. Wir haben uns den Altrhein ausgesucht, um die beiden neuen ultralight SUP Boards von Airboard zu testen. Ausgezeichnet mit dem diesjährigen ISPO Gold Award 2019 sind wir sehr gespannt, wie es sich in der Praxis bewährt. 

Das Hike ist mit 300 cm Länge und 78 cm Breite sowie 5,2 kg Gewicht das kürzere und etwas leichtere Board. 

Das Strider ist 337 cm lang und 76 cm breit. Es wiegt 5,6 kg.

Zuerst heißt es aufpumpen. Beide Boards haben das Ventil hinten an der Stirnseite. Dadurch lässt es sich leichter kompakt zusammen rollen. Das Board hat eine Finne, die sich einfach einklicken und mit einer Schraube fixieren lässt. Die Finne stabilisiert sehr gut. Dennoch geht sie nicht sehr tief, was uns auf dem Fluss sehr entgegen kommt.

Es kann losgehen. Die Boards sind wirklich unglaublich leicht. Die 400 Meter vom Auto zum Einstieg kein Problem. Ein Schultertragegurt (im Bild unten links eingehängt) ist dabei und lässt sich auch als Leash nutzen (Bild unten, rechtes Board). Die Leash erfüllt ihren Zweck. Ist angenehm gepolstert. Allerdings ist das feste Band gegenüber einer normalen coil Leash nicht so angenehm. Auf Touren, wo die Leash wichtig ist, würden wir daher lieber eine normale mit einpacken.

Boards im Wasser ... wir sind sehr gespannt auf die Eigenschaften...

... und sehr überrascht. Wir hatten erwartet, dass das leichte Gewicht im Wasser deutlich spürbar ist und die Boards nicht so "satt" im Wasser liegen. Tatsächlich sind die Boards in sich sehr fest und gleiten super geschmeidig und mühelos. Wir hatten den Eindruck, dass sie etwas kippeliger sind als Boards mit 10 - 12 kg gleicher Größe. Daran hat man sich aber schnell gewöhnt. Auf unserer Strecke waren sowohl Stellen mit deutlicher Fließgeschwindigkeit und auch 2 Stromschnellen, die problemlos zu fahren waren. Wir sind damit am Ende einer Stromschnelle gleich mal gegen einen Felsen gekommen. Erstaunlicherweise nichts zu sehen. Die Rails sind doppelwandig.

Hike oder Strider? Das Strider ist durch seine 37 cm mehr Länge etwas spurstabiler. Das Hike etwas wendiger. Wir hatten nicht das Gefühl, dass das Strider, das 2 cm schmäler ist, weniger kippstabil ist. Vom Gesamtvolumen sind beide Boards gleich (240 Liter). Für uns lag kein großer Unterschied zwischen beiden. Wer lange Touren fährt, trifft mit dem Strider wahrscheinlich die bessere Wahl.

Das besondere an der ultralight Serie von Airboard ist nicht nur das geringe Gewicht der Boards selbst, sondern auch das ausgeklügelte Gesamtkonzept. Besonders gut gefällt uns, dass der im Lieferumfang enthaltene Trockensack (oben links im Bild), mit zwei Schultertragegurten ausgestattet ist. Darin lässt sich also das Board verstauen und zum Einsatzort bringen. Auf dem Wasser dient der Packsack dann dazu, seine Sachen trocken zu halten. Er kann mit den Schultergurten an den Zurr-Ösen des Boards fest verspannt werden. 

Toll ist auch die kompakte Pumpe (schwarze Pumpe in der Mitte im Bild oben - blaue Pumpe ist die normale Standardpumpe der herkömmlichen Boards). Um sie noch etwas kleiner verpacken zu können, lässt sich der Standfuss hochklappen.

Da unsere Teststrecke deutliche Fließrichtung und -geschwindigkeit hatte, war zurück Paddeln nicht drin. Aber wir wollten auch mal ausprobieren, wie es sich mit Hike & Strider wandern lässt ;o) Natürlich hätten wir besser den Packsack mitgenommen. Damit wäre es völlig mühelos gewesen. Aber selbst mit dem Tragegurt auf der Schulter waren die 4 km zurück den Hochwasserdamm entlang kein Problem.

Wieder zurück am Auto unser Fazit:

Wir sind begeistert - die ultralight Serie eröffnet wirklich ganz neue Möglichkeiten mit dem SUP unterwegs zu sein. Auch wenn die SUPs mit rund 10 kg das auch schon super hinbekommen. Das Gewicht zu halbieren macht einen enormen Unterschied. So lassen sich Wanderungen und SUP Touren kombinieren oder auch öffentliche Verkehrsmittel noch leichter nutzen.

Eine Frage ist natürlich das Thema Haltbarkeit. Die Rails sind wie gesagt doppelt gearbeitet. Das übrige Boards ist ein single Layer pre-laminated Dropstitch Material. Durch eine gewebte Verarbeitung des Dropstitch Gewebes, bekommt es dennoch die gute Stetigkeit.

Insgesamt ist das herkömmliche double Layer Dropstitch sicher etwas robuster. Aber meist ist man mit dem Board ja nicht auf Flüssen unterwegs. 

Das leichtere Gewicht wurde auch dadurch erzielt, dass überflüssiges weg gelassen wird. So ist auch das Pad nicht flächendeckend aufgebracht. Dadurch lässt es sich auch leichter zusammen rollen. Vom Stand her hat man dennoch genügend Grip.

Wir sehen die ultralight Boards Hike & Strider vor allem für folgende Einsatzzwecke:

  • diejenigen, die viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln damit unterwegs sein wollen, um beispielsweise Streckentouren zu machen
  • wenn man häufig Touren fährt, bei denen man das Board erst ein ganzes Stück zum Startpunkt tragen muss
  • für Kombitouren - Wanderung mit Flussabschnitten oder über einen See
  • für ein kleines Mikroabenteuer mit so wenig als möglich an Gepäck und größtmöglicher Flexibilität - Lite Venture eben ...